Posted by on Dez 11, 2014 in | Keine Kommentare

Wer ist eigentlich der „Schalk“, der jemanden im Nacken sitzt?
Und warum passieren vor dem Deich und im Binnenland manchmal unerklärliche Dinge?

Antwort auf diese und viele andere ungewöhnliche Fragen gibt die „fast wahre Geschichte“ des Dorumer Schalks, die Melanie Jablonski 2011 als Buch herausbrachte. Die Erlebnisse des Dorumer Schalks, einem kleinen Kerl mit spitzen Ohren, fröhlichem Gesicht, funkelnden Augen, knubbeligen Knien und einem Bäuchlein vom Naschen zu illustrieren, war ein ganz besonderer Spaß. Mehr über den Dorumer Schalk und seine Erlebnisse gibt es auf der Internetseite des kleinen Kerlchens. Dort kann man übrigens auch das Buch bestellen! Für alle, die sich erst ein Bild machen wollen, gibt es hier schon zwei Leseproben:

Küsten-Spuk

dorumer schalkWährend ich so am Dorumer Hafen umher wanderte, ging mein Blick mal hierhin mal dorthin und ich beobachte gelegentlich auch den Himmel mit den lustigen Schäfchenwolken. Das führte dazu, dass ich nicht immer aufpasste, wohin ich trat. Plötzlich wurde mir abrupt der Weg versperrt und ich lief gegen etwas Hartes. Nachdem ich mich von dem Schrecken erholt hatte, sah ich dass es eine Flasche war. Blödes Ding! Mich so zu erschrecken!

Empört verpasste ich der Flasche einen Tritt. Die Flasche war leer und so dreht sie sich ein Stückchen um die eigene Achse. Das hatte sie nun davon, mich so zu erschrecken. Ich beschloss, mich hiervon nicht länger aufhalten zu lassen. Schließlich war ich hier um zu schalken. So schlenderte ich weiter. Plötzlich erklang hinter mir ein Heulen. Oh nein, saß etwa jemand in der Flasche und ich hatte ihn durch den Tritt verletzt? Ich hatte ja schon von Flaschengeistern gehört, dies bislang allerdings für eine Erfindung gehalten. Andererseits habe ich gelernt, mir nie sicher zu sein, dass es etwas nicht doch gibt.

Caruso
Als der Hund näher kam, bemerkte ich noch etwas anderes: er grinste oder sollte ich sagen, er kicherte ständig vor sich hin? Langsam wurde ich neugierig. Ich wartete bis der Hund fast vor mir stand, dann sprach ich ihn an: „Hey, was ist los mit dir, warum kicherst du so und läufst Schlangenlinien?“ Der Hund sah mich an. Eine Antwort bekam ich jedoch nicht. Stattdessen entwickelte sich sein Kichern zu einem richtigen Lachen und dem Hund liefen die Lachtränen durch das Gesicht. Ich wurde unruhig. Was war denn so lustig? Sah ich etwa merkwürdig aus? Das konnte ich mir beim bestens Willen nicht vorstellen, denn ich bin heute noch nirgends gewesen und ganz normal aus dem Haus gegangen. Es musste eine andere Ursache geben. Ich sah den Hund erwartungsvoll an. dorumer schalk2„Tschuldigung, hihihi“ begann er. „Das glaubst mir keiner hihihi“ stammelte er. Langsam wurde ich ungeduldig und sah den Hund skeptisch an. Daraufhin versuchte er, sich zu beruhigen. „Hat du schon von Caruso gehört?“ fragte er mich. Ich sah ihn fragend an. „Von Caruso dem Opernhahn“, fuhr er fort. Ich schüttelte den Kopf. Das klang alles sehr merkwürdig. Inzwischen hatte sich der Hund etwas gefangen. „Ich war heute morgens unterwegs in meinem Revier, da habe ich ihn kennen gelernt,“ berichtete er mir, „ den Hahn namens Caruso. Er lebt hier in der Nähe auf einem Bauernhof und hält sich doch tatsächlich für einen Opernstar. Wer schon mal einen Hahn krähen gehört hat, der weiß doch wie unmelodisch das Geschrei klingt.Da lachen doch die Hühner. Nur seine Hühner, die lachen nicht mehr. Du musst es dir ansehen. Sonst glaubst du mir nicht.“ Ich blickte den Hund ungläubig an. Ein Hahn als Opernstar, was sollte das bedeuten?
Getrieben von der Neugier ließ ich mir von dem Hund den Weg zum Hof beschreiben. Das musste ich mir genauer ansehen.